Eine Geschichte über die unbewussten Einschränkungen im Alltag mit EoE.
Nach der Diagnose und nachdem ich die Kortison-Tabletten erst wenige Tage genommen hatte, habe ich unbewusst gemerkt, dass sich etwas verändert hat.
Die Schluckbeschwerden oder der Druck in der Brust waren ja nicht vorhersehbar gewesen. Deshalb habe ich mir angewöhnt, immer, ausnahmslos etwas zu trinken am Tisch oder in der nähe zu haben.
Dann saß ich da, auf unserer Terrasse, in der Sonne und mein Mann hatte Steak gegrillt. Und ich habe los gefuttert, einfach so. Und je mehr ich davon gegessen hatte, habe ich bemerkt, wie ich immer normaler und entspannter aß.
Ohne Wasser.
Ganz ohne Vorsicht.
Je mehr mir das bewusst wurde, desto mehr habe ich darauf gewartet. Auf dieses gewohnte Zähe, zeitlupenhafte Hinabrutschen jedes Bissens. Aber es bleib aus.

Und dann saß ich da, am Tisch, in der Sonne und habe einfach ein Steak gegessen.
Ohne Glas Wasser.
Ohne innere Unruhe und Stress.
Einfach mit Genuss, und habe fast geweint.
Warum? Weil mir in diesem Moment bewusst wurde, wie eingeschränkt ich die ganze Zeit über gewesen bin und wie leicht essen sein kann.
Ich glaube erst in so einem Moment realisiert man, wie viel Raum diese Krankheit eigentlich im Alltag einnimmt, bis sie es plötzlich für einen Moment nicht tut!
